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RESTAURIERUNG UND KONSERVIERUNG VON DAGUERREOTYPIEN

Wir restaurieren und konservieren Daguerreotypien für Museen und Sammler. Restaurierung um der Restaurierung willen lehnen wir jedoch ab, denn letztlich stellt jede chemische Behandlung einen irreversiblen Vorgang dar. Auch weisen wir darauf hin, daß die blauschwarze Silbersulfidbildung (in vertretbarem Rahmen) eine wunderbare Patina bei Daguerreotypien darstellt. Nur in schweren Fällen, bei denen sich kaum noch oder nichts mehr vom Bild erkennen lässt, raten wir einer fachgerechten Behandlung zu. Darüber hinaus gibt es Maßnahmen, die einer Daguerreotypie Schutz vor weiterem Verfall bieten: Austausch von korrodierten oder Reinigung von innen stark verschmutzten Deckgläsern, aber auch das Erneuern oder Ergänzen der überlebensnotwendigen luftdichten Verklebung. Ein besonderes Problem stellt der Glaszerfall dar, bei dem (bedingt durch den hohen Alkaligehalt der Gläser) unter Feuchtigkeitseinwirkung Alkalien austreten können. Sie binden Wasser aus der Luft und zeigen sich dann in Form winziger ätzender Tröpfchen an der Innenseite der Scheibe, was an Kondenswasser erinnert. In solchen Fällen ist das Auswechseln der Scheiben von großer Wichtigkeit. Das behutsame Öffnen einer undichten Versiegelung erfordert größte Vorsicht, auch diese alten Papiere zählen zum Original und dürfen nicht einfach zerstört werden. Der extremen Empfindlichkeit von Daguerreotypien ist es geschuldet, daß nur der erfahrene Fachmann mit solchen Arbeiten betraut werden sollte. Wir restaurieren auch Etuis (oft sind die Lederscharniere zerrissen) und ergänzen verlorene Passepartouts (auch solche aus vergoldetem Metall). Wir verwenden nur säurefreie, ungepufferte Papiere, Kartons und Klebestreifen. Wir verfügen über einen Bestand alter farbiger Papiere und hauchdünner, sämisch gegerbter Leder. Auch Rahmen aller Art (Stuck, Blattvergoldung etc.) werden behutsam restauriert.

Zahlreiche Sammler, Archive und Museen vertrauten uns bislang ihre Stücke an, unter ihnen das Grassi-Museum für Angewandte Kunst Leipzig, das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig, die Technischen Sammlungen Dresden, das Vogtlandmuseum Plauen, das Robert-Schumann-Haus Zwickau, die Internationale Mendelssohn-Stiftung Leipzig, das Stadtarchiv Gera, das Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg und das Schlossbergmuseum Chemnitz.

In unserem Atelier fertigen wir außerdem reflexfreie photographische Reproduktionen von Daguerreotypien in bester Qualität, wie sie für Dokumentationen oder Publikationen benötigt werden. Gern beraten wir Sie kostenlos zu Fragen des Restaurierens, Konservierens und Sammelns von Daguerreotypien. Auch wir haben nicht immer eine Antwort. Aber wir treten gern in Gedankenaustausch und freuen uns stets über Hinweise auf noch unentdeckte Daguerreotypien oder Daguerreotypisten, vor allem aus Deutschland.

   
oben und mittig: Diese Daguerreotypie wurde jahrzehntelang ohne Glas und Passepartout aufbewahrt. Neben den mechanischen Verletzungen der Oberfläche ist es die extreme Verfärbung, die als Schaden beklagt werden muß. Die Anlauffarben lassen sich entfernen, nicht aber die Kratzer.

unten links: Pauline von der Becke, Schwester des Leipziger Bankiers Franz Dominic Grassi, mit einem Gemälde, das ihre Familiengrabstätte zeigt. Diese wunderbare Aufnahme ist unter dem Deckglas äußerst verschmutzt. Die Daguerreotypie musste so geöffnet werden, daß das originale Versiegelungspapier nicht beschädigt wurde. Unseriös und unästhetisch ist es, die Versiegelung einfach aufzuschneiden.
Beide Daguerreotypien
gehören dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig.


   
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